Das große Aufstiegsinterview

Im Zuge des unerwarteten Aufstieges haben sich natürlich im und um den Verein viele Fragen ergeben.

Um diese zu beantworten, kann es keinen besseren geben, als denjenigen, der seit 17 Jahren die GWA Kogge auf Kurs hält. So hat Medienvertreter Disselhoff den Fußball Abteilungsleiter Olli “zum Rapport” gebeten.

Das Ergebnis wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Aufstieg geschafft

GWA: Das ist ja ein dickes Ding! Glückwunsch zum Aufstieg! Wurde schon gebührend gefeiert?

Olli: Danke sehr. Für uns alle kam das letztendlich natürlich auch mehr als überraschend. Es fühlt sich irgendwie anders an, als wenn nach einem letzten Spiel dann direkt nach Abpfiff alle Dämme brechen.
Als uns die Entscheidung mitgeteilt wurde, war die Saison ja schon 2,5 Wochen vorbei, wir haben uns dann abends natürlich spontan um unseren Bierautomaten versammelt und mussten das ganze erst einmal sacken lassen. Aber wir werden sicherlich noch was Verrücktes zusammen machen!

GWA: Habt ihr im Saisonverlauf jemals daran gedacht, tatsächlich aufzusteigen?
Olli: Um Gottes willen, nein! Nach einer miesen Hinrunde befanden wir uns im Winter auf Rang 10, wir hatten dann das Ziel unserem Trainer Dirk Stratenschulte-Huss seinen zum Saisonende
feststehenden Abschied so schwer wie möglich zu machen und für ihn eine gute Rückserie zu spielen, denn Tenor der Jungs war, das sie ihm das schuldig sind! Auch als wir dann Spiel um Spiel gewannen und in der Tabelle kletterten, war Aufstieg innerhalb der Truppe nie ernsthaft ein Thema. Drüber reden mussten wir dann irgendwann aber schon, denn es war plötzlich sogar noch möglich gar 2. zu werden. In einer Mannschaftssitzung haben wir uns dann geschworen, sollte so ein, nennen wir es mal „Betriebsunfall“ eintreten, dann müssen und werden wir das auch durchziehen, auch wenn es nicht geplant war. Weglaufen gilt nicht, wer B Sagt, muss auch A sagen. Als der 2.Platz dann nicht mehr zu erreicht werden konnte, war das Ganze dann vom Tisch, aber die gemeinsame Reise im verrückten Raumschiff sollte noch nicht zu Ende sein!

Wie geht es weiter?

GWA: Wie geht ihr die bevorstehende A Liga Saison an und wie lautet die Zielsetzung?

Olli: Es wird sich an unsere Herangehensweise nichts ändern, in der B Liga wollten wir immer erst so schnell wie möglich Punkte für den Klassenerhalt sammeln, dies versuchen wir nun halt eine Klasse höher genauso zu handhaben. Für uns alle wird das ein richtig dickes Brett was es zu bohren gilt, ein großes Abenteuer auf das wir uns freuen. Wir gehen das mit Gelassenheit an und haben überhaupt nichts zu verlieren, in keinem einzigen Spiel. Uns ist bewusst das wir jeden Sonntag der Underdog sind, aber wir fühlen uns sehr wohl in dieser Rolle und finden es eher spannend.

GWA: Ein Klassenerhalt ist also durchaus realistisch für dich?

Olli: Sicher habe ich schon Dinge gehört, ihr seid schon jetzt klarer Absteiger und Kanonenfutter, ihr werdet verhauen usw.! Vielleicht gelten wir als Abstiegskandidat Nummer 1 und das aufgrund unserer Struktur den anderen gegenüber auch zu Recht, aber das Schöne am Fußball ist doch das man Dinge nicht voraussehen kann. Alle Mannschaften starten mit 0 Punkten und jedes Spiel beginnt bei 0:0.
Die anderen Mannschaften springen sicherlich auch nicht gerade vor Freude in die Luft auf unserem Schreppenberger Ascheplatz spielen zu müssen und gerade aus den Heimspielen wollen wir weiter als Kollektiv unsere Stärke ziehen. Ich sehe uns nicht chancenlos! Die ein oder andere Naht müssen wir, genauso wie wir unsere Punkte holen werden, einplanen.
Wir haben aber auch viele Gratulationen und ehrliche freundliche Worte bekommen, gerade von unseren Nachbarvereinen aus dem Stadtgebiet, die sich genauso wie wir auf hoffentlich spannende Derbys vor vielen Zuschauern freuen.

GWA: Und sollten die Unkenrufe recht behalten und ihr Chancenlos seid, besteht nicht die Gefahr aufzugeben oder auseinander zu brechen?

Olli: Sollte es der Fall sein das nicht mithalten können, dann ziehen wir das trotzdem durch. Da glaube ich an den Charakter von jedem einzelnen Spieler unserer Mannschaft, wenn wir untergehen dann gemeinsam und als Kollektiv und zwar mit wehenden Fahnen, bis zum bitteren. Ich kann die Angst vieler Mitglieder verstehen, wenn sie lesen: hier wird zurückgezogen, da wird verzichtet, aber Angst ist ein schlechter Ratgeber und kann ein solches Szenario ausschließen. Von daher stand auch ein Aufstiegsverzicht nie zur Debatte und wir haben es letztendlich ja auch verdient, denn in den Vorjahren hat Platz 3 auch immer zum Aufstieg berechtigt!

GWA: Kommen jetzt noch neue Spieler?

Olli: Das Transferfenster schließt in 2 Wochen und die allermeisten Geschäfte sind schon längst gemacht. Natürlich ist man als A Ligist nun attraktiver, aber eine Schönheit sind wir infrastrukturell immer noch nicht und der Zeitpunkt alles andere als optimal.
Wir halten jetzt natürlich noch einmal verstärkt Augen und Ohren offen, aber wir machen nichts verrücktes nur um uns auf Teufel komm raus zu verstärken. Spieler müssen in erster Linie charakterlich zu uns passen und Bock drauf haben ein Teil einer großartigen und verrückten Familie zu sein. So ein Kreisliga Rastelli oder Wandernomade der jedes Jahr für 5 Piepen weiterzieht passt da nicht rein und das wird auch nicht passieren. Dann setzen wir lieber weiterhin auf unseren Tugenden Zusammenhalt und die Freundschaft die weit über den Sport hinausgeht, das ist auch ein Pfund mit dem man wuchern kann.

GWA: Dann viel Glück für die kommende Saison!

Olli: Danke! Glück können wir gebrauchen, aber Glück allein wird uns nicht retten! Wir brauchen auch weiterhin alle grün weißen Mitglieder und unsere Fans die mithelfen diese „Mission Impossible“ zu bestreiten, denn wie immer schaffen wir es nur alle gemeinsam, auf dem Feld und daneben!

 

Ein Gedanke zu „Das große Aufstiegsinterview

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